Sonntag, 30. Januar 2022

Minijob und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)

Manchmal hat man das Gefühl, dass zwar jeder Arbeitnehmer die Hilfe einer Gewerkschaft in Anspruch nehmen kann; nur nicht der Minijober. Der hat den DGB sogar noch zum Feind.

Der Begriff der geringfügigen Beschäftigung wurde mit der Schaffung des SGB IV zum 1. Juli 1977 eingeführt. Seit dem wurde immer wieder mal etwas geändert.

Zum 1. April 2003 wurden die Regelungen erneut geändert. Die Geringfügigkeitsgrenze wurde auf 400 € angehoben. Die Begrenzung auf weniger als 15 Wochenstunden entfiel. Die Ausübung einer geringfügig entlohnten Beschäftigung, neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung, wurde wieder möglich. Zum 1. Januar 2013 wurde die Entgeltgrenze für geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse dann von 400 € auf 450 € angehoben.

Und genau darum geht es: „Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung.“

Ich kenne es seit meiner Kindheit. Ich bin 1956 geboren. Nebenjobs waren im Arbeiterbereich immer mal wieder notwendig. Man hat damit den Lohn aufgebessert. Ja, und oftmals auch später die Rente. In der heutigen Zeit bessern auch viele Rentner ihre Rente mit einem Minijob auf. Dieser kleine Zusatzverdienst war seit Jahrzehnten in vielen Haushalten notwendig und gut. Man hatte ein Haus zu bezahlen, musste andere Schulden zahlen, oder hat etwas angespart wenn unvorhergesehene Ausgeben anstanden. Auch Urlaube wurden damit angespart, oder man hat auch schon mal innerhalb des Familienkreises weiter helfen können, wenn „Not am Mann“ war. Und das ist heute sehr oft so.

Aber der Minijob hatte bisher auch seine Bürden. Immer dann, wenn man sich als Minijober irgendwo eingearbeitet hatte und monatlich irgendwo ein paar Stunden arbeitete, gab es eine Lohnerhöhung, weil alles teurer wurde. Die Löhne wurden also dem „teurer werden des Lebens“ angepasst. Nur nicht im Minijob. Dort musste man nun Arbeiten wegfallen lassen, weil man ja nicht einfach an einer Arbeit eine Stunde früher Schluss machen kann, weil der monatliche Höchstbetrag erreicht ist. Also viel dieser Arbeitstag ganz weg; was sogar – wenn der Arbeitgeber keinen anderen angepassten Minijob-Auftrag hatte – bedeutete, dass man weit weniger verdiente als zuvor.

Nun (2022) soll im Oktober die Entgeltgrenze für geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse von 450 € auf 520 € angehoben werden.

Wer sich freut sind die Rentner, die sich ihre Rente etwas aufbessern, oder Arbeitnehmer/innen, die sich einen kleinen Zuverdienst organisieren. Aus welchen Gründen auch immer. Oftmals reicht heutzutage ein einziges Arbeitsverhältnis zum Leben nicht aus. Da ist man sehr oft auf einen Zweitjob angewiesen.

Wer sich dagegen wehrt, sind die Gewerkschaften. Aber gerade die Gewerkschaften müssten eigentlich wissen, wie sich die Arbeiter/innen, über Wasser halten.

Der DGB hat sich gegen eine Anpassung der 450 € auf 520 € entschieden, und entsprechend hart dagegen protestiert.

Das ist nicht in meinem Sinne, und ich bin seit 50 Jahren in der IGBCE. Ich bin auch in unserem Ortsgruppenvorstand.

Ich habe daher kein Verständnis für die Reaktionen der Gewerkschaften, die dem „Kleinen Mann“ die 70 € nicht gönnen wollen. Wäre ich DGB Mitglied, würde ich sofort austreten. 

Seit 2013 wurde der monatliche Höchstbetrag nur ein einziges Mal um 50€ monatlich angehoben. 

Ein Hammer ist nicht schuld, wenn man sich damit auf den Daumen schlägt. Argumente wie: "Kaum Rechte, schwierige Bedingungen Rechte durchzusetzen, nur minimale bis keine Absicherungen", dies trifft eher in Leiharbeitsfirmen zu; und nicht auf den Minijober. Aber mit solchen Argumenten schießen die Gewerkschaften nun gegen die Minijober. Es gibt zum Beispiel eine Bezeichnung bei GLS, die von schlecht und unwürdig behandelten Leiharbeitern (meist ausländischen Arbeiter) benutzt wird: "GLS ganz legal Sklave". Und das ist nur ein Beispiel von jahrzehntelanger Leiharbeiter-Ungerechtigkeit.

Da sollte man die Augen auf machen. Aber bei solch schlechten Arbeitsverhältnissen schaut man gerne gezielt weg. Mit dem ausländischen Arbeiter kann man es ja machen. Für solch eine Rassendiskriminierung habe ich kein Verständnis. Ein Deutscher lässt sich das eher nicht mehr gefallen; auch nicht im Minijob. 

Aber sich aufregen, wenn die Lohnerhöhung auch einmal bei den Minijobs, und den Rentnern ankommt, und nicht jedes Mal durch einen Höchstbetrag ausgebremst wird. Nein dafür habe ich kein Verständnis. Sorry. Ich sehe das so. Lohnerhöhungen nutzen nur etwas, wenn sie NICHT durch einen monatlich vorgeschriebenen Höchstlohn ausgebremst werden. Heute (2022) sind ja wohl - und das dürfte auch der gewerkschaftliche Minijob-Gegner einsehen - 400€ weit weniger wert als 2003. Und da stört man sich sogar noch an den 50€, die es 2013 als Anpassung gab. Eine dynamische Anpassung auf die Lohnerhöhungen gibt es nicht, und wird durch einen Tritt in den Hintern Jahr für Jahr, durch den Festbetrag (450€), ausgebremst. Versucht man das zu erklären, stößt man jedesmal auf Widerstand.

Die deutsche Welt wird nicht unter gehen, wenn man die Politik nun das machen lässt; nämlich den Betrag ein weiteres Mal, den teuren Lebensverhältnissen und Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre, um 70€ monatlich zu erhöhen. 

Ich wünsche ein herzliches

Glück Auf

Rüdiger Janson.

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Eine Lanze brechen für die Jugend.

Ich möchte hier einmal einen Text zur aktuellen Corona-Lage schreiben.

Man erlebt es immer wieder. Es geht immer wieder darum, Partys generell als Corona-Partys zu bezeichnen. Ich bin da etwas skeptisch. Sind das wirklich alles Corona-Partys? Oder wird hier wieder einmal, wie in den letzten Jahren so üblich, verstärkt ein Totschlagargument (Killerphrase) angewendet. Vielleicht sind es ja vereinzelt wirklich Corona-Partys; das kann man nicht ganz abstreiten. Aber alle über einen Kamm zu scheren ist sehr fraglich. Waren wir nicht alle mal jung? Man kann junge Leute nicht einsperren und ihnen sagen, schaut euch am Wochenende an wie ein Bauer eine Frau sucht, oder ein XY-Promi im Dschungelcamp Känguru-Eier isst. Junge Leute wollen am Wochenende raus und gemeinsam Spaß haben, sich treffen, tanzen, Musik hören, flirten und „einen Trinken“. Wir waren doch alle mal jung. In Chicago in den 30iger Jahren hat man Alkohol verboten. Das ging auch nicht. Aber immer wieder werden junge Leute als das Problem Nummer 1 tituliert. Das sind sie aber nicht. Denn gerade diese jungen Leute machen derzeit am wenigsten Probleme; wenn die Geschäftsführung von Discountern anordnet, dass man nur noch mit Einkaufswagen in einen Markt darf. Dann fragen die höchstens noch: „Muss ich“? Nach dem man das bejaht sagen sie: „Na gut“. Sie nehmen ihren Einkaufswagen und gehen problemlos einkaufen; und wenn es nur eine Cola ist. Das wirkliche Problem sind einige Leute der Generation „Deutsch -65+“. Das sind die Härtesten. Was sich da teilweise abspielt ist unglaublich. Da wird diskutiert bis zum Erbrechen. Sie schimpfen, wollen sich vorbei zwängen und werden frech wie Rotz, wenn es nicht funktioniert. Dann folgt das Argument, dass man ja nur eine Zeitung kaufen will, und man dafür ja wohl keinen Einkaufswagen braucht. Denen klar zu machen, dass es um das Zählen der Kunden geht, und um eine zusätzliche Abstandhaltung im Laden, ist sinnlos. Das geht scheinbar nicht in den Schädel. Die laufen an drei großen Schildern vorbei, die die Geschäftsführung aufgestellt hat, und wollen dann noch an den Leuten vorbei, die an den Eingängen platziert sind. Dann kommen sie auch noch protestierend zurück und zeigen den einzigen Artikel – eine Zeitung - die im Einkaufswagen liegt. Wie soll man denen jetzt klar machen, dass die Geschäftsführung auf das Ordnungsamt und die Vorgaben der Politik reagiert, und gezwungen ist entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ich bin Rentner (Bin selbst 64 Jahre alt) und mache das auf Mini-Job Basis. Daher spreche ich aus Erfahrung. Es sind tatsächlich einige Leute der älteren deutschen Generation, die an Märkten einen Aufstand machen, wenn Regeln wie jetzt, verschärft werden. Obwohl es überall durch die Medien ging, und wir das schon im Mai-Juni erlebt hatten, sind es tatsächlich Leute der älteren Generation, die nicht verstehen wollen, dass die Marktleitung diese neuen Regeln bestimmt hat. Und das auch nur auf Anweisung von "oben". Dann aber, den Leuten im Verkauf und am Eingang Frechheiten zu machen und zu sagen: "Ihr habt sie nicht mehr alle", das muss man erst mal wegstecken. Dann gibt es noch vereinzelt ein paar äußerst arrogante Typen mittlerer Altersgruppe (generell aller Nationen), die die Leute an den Eingängen einfach gar nicht beachten wollen. Aber der Großteil ist wirklich vorbildlich und in Ordnung. Die wissen, dass die kleinen Leute vom Markt nichts dafür können. Man muss das einfach mal sagen. Denn was sich da teilweise abspielt ist unglaublich. Der größte Teil der Kunden verhält sich angemessen richtig und gut. Die wissen, dass die Beschwerdestellen ganz wo anders liegen. Man kann immer geteilter Meinung sein; aber wenn wir diese Regeln einhalten müssen, um auch nur einen Artikel zu kaufen, dann können wir das am Geschäftseingang nicht ändern. Auch nicht in der Tankstelle, wo das Maske-Tragen scheinbar das „Problem Nummer 1“ ist. Es geht nicht darum, wer die besseren Argumente hat. Es geht darum diese Regeln, die es nun mal gibt, zu befolgen. Die Bäckereifachverkäuferin zu beschimpfen, weil man eine Maske tragen muss, ist völlig daneben. Die kann auch nichts dafür. Es gibt nun mal viele Leute, die nach unten treten und nach oben kriechen. Keiner macht so viele Probleme wie „Deutsch Minus-Plus 65“ Auch keine „Neubürger“ irgendwelcher Herkunft. Man trifft alle möglichen Leute. Man trifft Leute, die am liebsten Ganzkörperkondome tragen würden und sich in Desinfektionsmittel baden und damit das Auto waschen. Und man trifft Leute, die seit Monaten scheinbar die gleiche Schutzmaske tragen; sodass das Innere schon nach außen dringt. Aber das größte Problem ist wirklich nicht die Jugend, die man nachts im Ortsinneren mit Streifendiensten in den Gassen sucht, um „Rudelbildung“ zu zerstreuen. (Auch wieder so ein böses „Totschlag-Wort-Argument“) Das größte Problem sind ein paar wenige der Generation „um die 65“, auch darunter. Das musste mal gesagt werden.

saarbruecker-zeitung

Dienstag, 20. Oktober 2020

Montag, 13. April 2020

Der genervte Corona-Bürger explodiert bald.

Wenn die Regeln nicht schon bald vernunftgemäß angepasst werden, wird die aufkommende Aggressivität schlimmer als das Virus selbst.

Es geht zum Beispiel auch um die Supermärkte. In den meisten Märkten ist, bevor man überhaupt rein kommt, ein großer Vorraum mit anderen kleineren Geschäften. Ich habe bei uns im Ort beobachten können, dass man der Bevölkerung auch wenigstens ein klein wenig vertrauen kann und soll, weil sie schon von alleine sensibel genug mit der Situation umgehen. Die restlichen Anderen lernen es eh nie. Also warum muss man dann, wenn man nur in die dortige Apotheke oder zum Bäcker, Tabakladen, Lottoannahmestelle usw. will, einen Einkaufswagen mitnehmen. Manchmal muss man sogar (weil der direkte Weg mit Barrieren abgesperrt ist) durch den Supermarkt selbst gehen - und mit leerem Einkaufswagen in der Schlange an der Kasse warten -, um überhaupt zum Tabakladen oder zum Bäcker zu gelangen. Das ist eine nicht nachvollziehbare Bevormundung mündiger Bürger, die sehr wohl auch selbst - auch ohne Einkaufswagen - im Vorraum der Supermärkte Abstand halten. Und dann muss man sich einmal überlegen, wer sich der größten Corona-Gefahr aussetzt: Es sind die Security-Leute dieser Märkte. Besonders wenn der Kunde erwartet, dass jemand alle Einkaufswagen desinfiziert hat. Oder dass immer ein solch desinfizierter Wagen vor dem Supermarkt bereit steht. Ja was glaubt man denn wer zuerst erkrankt? Es sind genau diese Leute, die das täglich machen sollen. Das muss aufhören. Desinfizieren sollte jeder Kunde selbst. Und wer ohne Einkaufswagen durch den Laden läuft, sollte von anderen couragierten Kunden und Angestellten entsprechend darauf aufmerksam gemacht werden. Jede Krise verlangt, dass man das eventuell vorhandene Gehirn einmal einschaltet. 
 Dann dieses ewige "Bleibt Zuhause". Niemand weiß so genau, ob man an den Angelweiher in den Wald darf, wo die Luft 100% besser ist, als in den abgeriegelten vier Wänden. Oder darf man in den Schrebergarten? Darf man überhaupt in den Garten? Darf man spazieren gehen oder Wandern. (Viele Wanderwege sind gesperrt) Wie weit darf der Spaziergang sein? In Sachsen offenbar nur in der eigenen Straße. Sport im freien ist erlaubt; aber nur in der eigenen Wohnung, oder wie? 
( Weiteres hier: Bild beschreibt 10 seltsame Corona Regeln )
Scheinbar macht jede Landesregierung was sie will und für richtig hält. Sie übertreiben gerne, und machen eigenständig aus einer Ausgangsbeschränkung mit vorgegebenen Regeln, eine Ausgangssperre mit "Verlassen der Wohnung nur mit triftigem Grund". JA WAS DENN NUN? Spazieren gehen ist kein triftiger Grund. Man ist mal wieder päpstlicher als der Papst. 
Wenn es nach den Vorgaben geht, dann soll man den ganzen Tag zuhause in den stickigen vier Wänden sitzen bleiben. Da nützt das beste Lüften nichts. Was das für gesundheitliche Folgen hat, wegen mangelnder Bewegung, ist nicht durchdacht worden. 
 Weitere Probleme, die man völlig ignoriert: Man braucht Schuhe für die Kinder, oder eine Waschmaschine, weil die alte Waschmaschine kaputt ist. Man braucht einen Kaffeeautomat oder Blumen; die man nicht im geschlossenen Blumenladen bekommt, aber im Lidl. Amazon und andere Internetanbieter lachen sich kaputt und DhL kommt mit Ausliefern nicht nach. Die Leute lernen im Internet zu kaufen und die Läden in der Stadt gehen der Reihe nach kaputt. Auch kleinere Unternehmen (Fitnessstudio, Friseure, Gaststätten, Hotels, Geschäfte usw.) haben Existenzängste. 
Die Kinder sitzen zuhause an ihren Computerspielen. Sie dürfen nicht raus, nicht in die Schule und auf keinen Kinderspielplatz.
 Diese ganzen Regelungen sind völlig unprofessionell dahin gesaut und vollkommen hirnrissig. Es gibt viele solcher Beispiele. Man könnte weiter machen. Wenn da nichts geändert wird, dann nehmen die Menschen einen größeren Schaden an diesen unprofessionellen und in keinster Weise durchdachten und nicht weiter bearbeiteten Regelungen, als durch das Virus selbst. Die Menschen werden unruhig, nervös, gereizt und sie fühlen sich "nicht verstanden". Die Regierung schirmt sich ab und hat kein offenes Ohr für die Erfahrungen der Bevölkerung. Und wenn man das alles - und noch viel mehr - analysiert, dann kommt im Fernsehen der allgemein und ständig wiederholende Werbespot: "Wir bleiben Zuhause". Warum nicht mal dem Großteil der Bevölkerung (mündige Bürger) vertrauen? Man erkennt es an jeder kleineren Bäckerei oder Metzgerei; wo die Kunden vor dem Geschäft mit entsprechendem Abstand warten. Ich sage daher: Wenn es da keine vernünftigen, und dem mündigen Bürger vertrauensvolle, Verbesserungen gibt, dann endet das in einer immer weiter aufkommenden Aggressivität, die einige Leute wie Polizei, Ordnungsamt, Sicherheitsleute und Verkäuferinnen (Verkäufer) ausbaden müssen. Und die Politik tut so, als wüsste sie von nichts und gibt weiter den Ratschlag, dass wir alle nicht vor die Tür gehen dürfen. Und irgendwann kommt der allgemeine Stinkefinger. Das kann dann keine Strafandrohung und keine Polizei mehr stoppen. Alle loben die Regierung, wie wunderbar sie damit fertig wurde; ich nicht.

Donnerstag, 5. März 2020

Seit Napoleon haben sich die Deutschen bis heute kein bisschen geändert.

Und sie bemerken es nicht einmal.

"Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das Deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen. Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten, ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: Die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wahren Feinde." 

Dieses Zitat stammt angeblich von Napoleon. Vielmehr ist es aber ein Satz der aus dem Kontext von Joseph Görres ("Napoleons Proclamation an die Völker Europas vor seinem Abzug auf die Insel Elba", 1814 ) gerissen und sinngemäß zusammengestellt wurde. 


Aber dieses kurze Zitat, und der Text zu dem der Link oben führt,  beschreibt, dass sich Deutschland seit Napoleon keinen Deut verändert hat. Obwohl einige Leute sich nicht mehr täuschen lassen. 

Wer die Wahrheit erahnt muss aufpassen, dass er nicht von denen erschlagen wird, die nur der Herde nachlaufen. 
Wenn eine Meinung feststeht, hat man aufgehört sich Gedanken zu machen.

Sonntag, 1. März 2020

Terror kommt von allen Seiten.

Die Gefahren die immer mehr zunehmen, haben nicht immer etwas mit Rechtsextremismus zu tun. Aber gerade die rechtsextremen Täter erregen am meisten Aufsehen. Sie lassen sich mit einem politisch unangenehmen Gegner in Verbindung bringen. Jedenfalls versucht man das immer wieder.
Was ist passiert?

In Halle hat im Oktober 2019 ein Amokläufer, wild um sich schießend, versucht in eine jüdische Synagoge einzudringen. Was ihm Gott sei Dank nicht gelang. Aber außerhalb starben Menschen, auf die der Täter wahllos geschossen hatte. Hier spielte wohl Antisemitismus eine Rolle. Der politische Gegner wurde sofort mit entsprechenden Parolen mitverantwortlich gemacht. 
In Hanau hat ein Irrer im Februar 2020 ein schreckliches Blutbad in Shisha-Bars angerichtet. Auch hier starben Menschen. Der politische Gegner wurde auch hier mit entsprechenden Parolen mitverantwortlich gemacht. 
In Volkmarsen ist zum Karneval 2020 ein Irrer Täter mit einem schnellen PKW in eine Menschenmenge beim Karnevalsumzug gefahren. Hier wurden sogar Kinder schwer verletzt. Es gab über 80 Verletzte. Über den Täter wird nur sehr wenig bekannt gegeben. Motiv und Hintergrund der Tat bleiben - vorerst zumindest - verborgen. ... Keine Parole zu hören. 
Antiterrorrazzia im Frühjahr 2019.  Drei Männer wurden verhaftet, die im Frühjahr 2020 vor Gericht stehen. Sie sollen der salafistischen Szene angehören und geplant haben (Original Zitat Bild-Bericht): „mit einem Auto in eine Menschenmenge zu fahren, um möglichst viele „Ungläubige“ zu töten. Danach wollten sie so lange auf Menschen schießen, bis sie selbst von der Polizei erschossen werden. Alternativ hätten sie versucht, Polizisten in einen Hinterhalt zu locken.“ ... Auch hier sind keine Parolen zu hören.

In Köln wurden im Februar 2020 deutsche Karnevalisten verprügelt. -Link-
Die sogenannten "Jugendliche" waren offenbar keine Nazis. Zielobjekt war der Karneval. Antisemitismus spielte auch keine Rolle. Sonst wäre die Empörung weitaus größer gewesen und man hätte sie nicht als "Jugendliche" bezeichnet.
Es stellt sich also die Frage ob es Linksextremisten waren, oder extreme Migranten oder Hooligans. Oder waren es Rocker-Gruppen, oder irgendwelche Banden. Oder waren es 350 irre geistig durch geknallte Einzeltäter. Jedenfalls müssen sich die 350 "Jugendliche", die alle das Gleiche tun und gleich handeln, ja irgendwie organisiert haben. Darüber wird nicht berichtet. Man darf sich fragen warum nicht. Erinnert es doch an Silvester 2015/16. 
Offenbar hat einzig und alleine der WDR über die Karneval-Angreifer berichtet. Der WDR widerspricht sich allerdings in einem eigenen Bericht selbst.
Erstes Zitat aus dem Bericht: "Meist sind die Schläger nicht verkleidet, sie haben auch kein Interesse am Feiern. Sie halten gezielt Ausschau nach Karnevalisten, die viel Alkohol getrunken haben. Sie provozieren ihre Opfer und prügeln dann drauf los."
Zweites Zitat aus dem Bericht: "Laut Polizei sei die Stimmung aufgeheizt gewesen, die rund 350 Jugendlichen seien alkoholisiert und meist zwischen 16 und 18 Jahren alt gewesen."
Drittes Zitat aus dem Bericht: "Die Polizei sieht das Phänomen der gezielten Prügeleien mittlerweile relativ häufig. Bei den jugendlichen Provokateuren handelt es sich in der Regel um Kleingruppen, die keinen Alkohol trinken und auch nicht mitfeiern wollen. Sie mischen sich aber gezielt unter die zum Teil alkoholisierten Feiernden, um Prügeleien anzuzetteln. "

Und nun stellt sich die Frage, warum das - wie im Bericht erwähnt - "mittlerweile relativ häufig" vorkommt. Man betone: "MITTLERWEILE".
Man muss schon mit einer besonderen Eiseskälte oder Naivität gesegnet sein, um all die ANDEREN Opfer zu übersehen oder weniger wertzuschätzen, die nicht zur beliebten Partei-Jagt passen.
Wenn man auf all diese Probleme aufmerksam macht, die außerhalb der "rechten Gefahr" ablaufen, dann fragt man in "linksgerichteten Kreisen" immer: "Welche anderen Gefahren meinst Du denn?" 
Sogar die Jüdische Rundschau klagt diese seltsame Deutsche Medien-Entwicklung, in einem offenen Brief an den US-Botschafter Richard Grenell, scharf an.
Auch bei haOlam.de liest man ähnliches: Offener Brief von Malca Goldstein-Wolf an Ministerpräsident Laschet: Israel existiert trotz der „Deutschen Staatsräson“

Heute darf man immerzu und immer wieder gegen Rechtsextremismus demonstrieren und schreiben. Und das ist auch gut und richtig so; wenn es wirklich ehrlich gemeint ist. Und das bezweifele ich stark.
Rassenhass nimmt traurigerweise immer mehr zu. Aber nicht nur der Rassenhass nimmt zu; der Hass im Allgemeinen nimmt zu. Wer aber etwas gegen Linksextremismus (Jargon: Bullenschweine ) oder gegen Islamismus (Jargon: Ungläubige) schreibt, der muss vorher mindestens zehnmal gegen Rechtsextremismus geschrieben haben. Sonst wird er als rechter Nazi verflucht. Im günstigsten Fall bringt man den "Abweichler“ dann wieder liebevoll auf den „richtigen Weg“ zurück. Die McCarthy-Ära lässt grüßen. 

Lesen Sie auch zu diesem Thema den Bericht: "Deutschland brodelt. Begegnen wir der Aufgewühltheit mit ein paar mäßigenden Gedanken." 26.02.2020 Von Roger Köppel

Ich kämpfe gegen Rassenhass, aber auch gegen den Hass der gegen unsere Gesellschaft gerichtet ist. Ich kämpfe FÜR unsere Polizei, die solch einen Hass nicht verdient hat. Ich kämpfe FÜR unsere Sanitäter, Rettungskräfte, Feuerwehr, Fußballmannschaften die unter zunehmendem Hass auf den Tribünen leiden. Ich kämpfe gegen Christenhass. Ich kämpfe gegen Deutschland-Hass. Ich kämpfe gegen jeden Hass.

Rassenhass gab es leider schon immer auf der ganzen Welt. Indigene Völker wurden in Amerika gehasst; sowie Schwarze und Chinesen. Hass gab es auf der ganzen Welt zu allen Zeiten; nicht nur in Deutschland. Rassenhass ist kein alleiniges deutsches Nazi-Problem. Rassenhass ist weltweit und allzeit vorhanden gewesen. Am schlimmsten jedoch ist der Dumme Hass. Und davon gibt es genug.

Ich will, dass man keine Unterschiede macht wenn es um den Kampf gegen Hass geht. Wenn das zu viel verlangt ist, dann wird die Gerechtigkeit begraben. 

Wir haben mindestens drei Gefahren, nicht nur eine: Wir haben eine Rechtsextreme, eine Linksextreme und eine Religiös-extreme Gefahr. Und wir haben Gefahren von irren durch-geknallte Amok-Läufer. Und wir haben eine zunehmende Brutalität und Gewaltbereitschaft. Und nicht vergessen; wir haben auch wieder zunehmend Antisemitismus.
Die größte Gefahr ist aber die Ignoranz. 
Ich wünsche mir, dass die hohen politischen Häupter zu allen Trauerfeiern kommen und sich zu allem Terror entsprechend äußern; nicht nur einzig und alleine die, die von Rechtsextremen Attentätern begangen wurden.  

In der Kölner Silvesternacht 2015/16 gab es 1210 Strafanzeigen. 828 Verfahren gegen Unbekannt. 290 Verfahren gegen namentlich bekannte. 46 Angeklagte und 36 Verurteilungen. Die Zahlen weichen je nach Zeit, Zeitung und Medien etwas voneinander ab. Laut dem verlinkten Bericht von Zeit-Online waren es überwiegend Migranten. Auch 25 (nur) deutsche Verdächtige wurden ermittelt.
Bester Rat von regierender Seite: "Eine Armlänge Abstand halten".

Ein Jahr später kam dann ein neues Wort zum Vorschein: Racial Profiling.
Das ist ja wohl die bösartigste und übelste Entartung der seltsam gerichteten Altparteien.
Unserer Polizei rassistisches Vorgehen vorzuwerfen ist eine bodenlose Frechheit und eine dummdreiste Beleidigung der Polizei gegenüber. Sie haben damals die Bedrohung vom Vorjahr beim Namen genannt; diesen Namen aber abgekürzt, (Nafri) wegen Vereinfachung des Funkverkehrs. Man hat die Polizei - die ein Jahr nach 15/16 die Kölner beschützten - in die rechte Ecke gestellt, weil sie angeblich böse zu der Bedrohung waren.

Heute meldet sich sogar die Jüdische Rundschau zu Wort und fragt was in Deutschland los ist. Man darf, muss und soll pausenlos gegen rechts demonstrieren, man darf aber keine anderen Gefahren beim Namen nennen. Keine Presse darf das, und schon gar nicht die Polizei.

Derzeit stehen leidende Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern (auch Babys) an der griechischen Grenze. Diese armen Menschen brauchen schnellstmöglich Hilfe. Und hier danken Migranten, im besten Militär-Alter und der entsprechenden Gesundheit und Fitness, unsere Toleranz mit Undank, Gewalt, religiöser Beschimpfung und sexuellen Übergriffen. Wir brauchen den Platz dieser Intoleranz für dankbare Flüchtlinge, die unsere Hilfe wirklich brauchen.

Darf man da bitte mal unterscheiden? Ist das zu viel verlangt? Denn unter den notleidenden Flüchtlingen sind auch immer wieder gewaltbereite schwarze Schafe darunter. Und dann kommt immer die naiv dumme Frage: "Was hast Du denn gegen Flüchtlinge?" 
  • Ich habe nichts gegen Autofahrer, obwohl Autofahrer tödliche Unfälle verursacht haben. Da wurden schon viele Führerscheine einbehalten. 
  • Ich esse gerne bunt gemischter Salat, aber möglichst ohne grüne Knollenblätterpilze und Tollkirschen .
Wir haben mehr Gefahren als eine. Wir werden aber immer nur mit der Nase auf eine einzige Gefahr gestoßen. 

Wer nur gegen eine Seite kämpft, der akzeptiert, ignoriert und toleriert alle anderen Opfer. Ja, man diffamiert und beschuldigt sie sogar noch teilweise auf übelste Art und Weise. Es gibt viele Menschen, da wird der klare Verstand erst dann aktiviert, wenn sie von ihrer eigenen Ignoranz schmerzlich und brutal getroffen werden.

Diesem Deutschland ist genau so wenig zu helfen, wie dem Deutschland in der Weimarer Republik und der Nazi-Zeit. Sie laufen blind und taub in die gleiche Falle wie damals. Nur, kommt die Bedrohung diesmal von einer anderen Seite. Und sie bemerken es nicht einmal; genau wie damals. Und am Ende hat wieder keiner was gewusst.